Sie stehen am Sielhafen Ritzebüttler Schleusenpriel. Hier geht es um das Wasser: Wie hält man es draußen und lässt trotzdem Schiffe herein? Der Sielhafen ist die südliche Fortsetzung des Hafenbeckens. Eine Quelle datiert die Anlage auf das 19. und 20. Jahrhundert. Die ersten Deiche am Priel, im Mündungsbereich der Altenwalder Wettern, entstanden aber schon ab 1100. 1708 wurde die Schleuse östlich des Kaemmererplatzes erneuert; sie bestand bis 1961. Im 19. Jahrhundert war der Schleusenpriel ein natürlicher Wasserweg. Er reichte einst bis zum alten Stadtkern und war als Hafen bis zur Ritzebüttler Schleuse schiffbar. Dann kam 1891 die sogenannte Kanonenbahn, und mit ihr ein neuer, sturmflutgesicherter Schleusendamm zwischen der heutigen Stadtbibliothek und der Löwenapotheke. Die Bibliothek besuchen wir gleich. Stellen Sie sich die Ufer als Werftgelände vor: 1802 begann auf einer Insel die Elferswerft, es folgten Düvvels, Bufe, Mützelfeldt und 1814 die Werft des Zimmermanns Take Janzen. Eine Quelle nennt die Hafenindustrie, hauptsächlich Werften, für das 20. Jahrhundert, die Gründungen aber ab 1802. Beides steht so da. 1910 wurde der Schleusenpriel verbreitert, dafür riss man zwei Schuppen der Mützelfeldtwerft ab. Von 1889 bis 1920 gab es hier ein Minendepot der Cuxhavener Marineverwaltung. Dann die Sturmflut von 1962. Danach wurde die Schleuse, nun mit einem Pumpwerk, nach Norden in den neu erbauten Querdeich verlegt, zusammen mit der Konrad-Adenauer-Allee. Anfang der 1980er Jahre verkürzte eine weitere Querdämmung den schiffbaren Teil. 1979 ging am oberen Schleusenpriel eine Wasserfontäne in Betrieb, und die sanierte Hermine von 1904 steht seit 1979 an Land, als maritimes Denkmal. Suchen Sie das Segelschiff. 2008 entstand vor der Klappbrücke eine massive Hochwassersperre, ab dort ist das gesamte zurückliegende Gebiet gesichert. Der untere Schleusenpriel fließt von der Klappbrücke zum Alten Hafen, an der Alten Liebe vorbei in die Elbe. Und der Blick nach vorn: In den letzten 100 Jahren ist der Meeresspiegel in Cuxhaven um etwa 20 Zentimeter gestiegen. Prognosen rechnen bis 2100 mit weiteren 0,6 bis 1,1 Metern.
Sie stehen am Sielhafen Ritzebüttler Schleusenpriel. Er ist die südliche Fortsetzung des Hafenbeckens und stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Heute dient er als Vorfluter der Stadt und ist teilweise Grünanlage. Die ersten Deiche am Priel entstanden schon ab 1100.
Hier siehst du einen schmalen Hafen, der heute teilweise ein Park ist. Früher fuhren Schiffe bis zur Schleuse, und mehrere Werften standen hier. Nach der Sturmflut von 1962 wurde die Schleuse weiter nach Norden gesetzt, in einen neuen Deich. An Land steht ein altes Segelschiff, die Hermine von 1904. Sie ist ein Denkmal. Kannst du das Schiff finden? Und wo, glaubst du, würde das Wasser hinlaufen, wenn es keine Deiche gäbe?
Koordinaten: 53.863107, 8.700432 · auf der Karte