Sie stehen vor dem Kaisen-Denkmal im Kastanienwäldchen Am Wall am Herdentor. Es wurde am 22. Mai 2012 zum 125. Geburtstag von Wilhelm Kaisen aufgestellt und wird in der Liste der Denkmale und Standbilder der Stadt Bremen geführt. Nehmen Sie sich Zeit für die Komposition, denn sie erklärt sich selbst, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Die Bronze stammt von der Bildhauerin Christa Baumgärtel. Zwei Stelen symbolisieren die Aufbauleistung Kaisens. Hinter ihm die Kriegszerstörung, und sein Blick gilt den neuen Häusern. Stellen Sie sich also hinter die Figur und folgen Sie der Blickrichtung. Dazu gehört ein Satz, den Kaisen zu seinem Wahlspruch machte, und der auf Plattdeutsch besser klingt als auf Hochdeutsch: Kiek nich in Muusloch, kiek inne Sünn. Guck nicht ins Mauseloch, guck in die Sonne. Nun zu dem Mann selbst, denn an ihm hängt die Nachkriegsgeschichte dieser Stadt. Wilhelm Kaisen lebte von 1887 bis 1979. Er war Bremer Journalist und Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Von 1920 bis 1928 und noch einmal 1933 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, von 1928 bis 1933 Senator für Wohlfahrtswesen. Dann bricht die Laufbahn ab. Die Zeit des Nationalsozialismus verbrachte er mit seiner Familie als Landwirt im heutigen Stadtteil Borgfeld. Zwölf Jahre Landwirtschaft statt Politik. 1945 berief ihn die amerikanische Besatzungsmacht in den Senat und kurz darauf zum Präsidenten des Senats und Bürgermeister. Kaisen wurde sechs Mal wiedergewählt. Er prägte den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau der Hansestadt bis 1965 entscheidend und gilt in Bremen als Symbol des Wiederaufbaus. Diesen Begriff werden Sie auf diesem Rundgang noch mehrfach brauchen. Fast jedes Haus, vor dem wir heute stehen, hat eine Zerstörung und einen Neubeginn in seiner Akte. Von der Bildhauerin Christa Baumgärtel, geboren 1947, stehen in Bremen noch weitere Werke: eine Bronzebüste Kaisens vor dem Ortsamt Borgfeld von 1985, das Denkmal für Mudder Cordes in der Knochenhauerstraße von 1987, Mann und Frau von 1992 und der Vegesacker Wal-Kiefer. Wir gehen jetzt in Richtung Domshof.
Sie stehen vor dem Kaisen-Denkmal im Kastanienwäldchen Am Wall am Herdentor. Es wurde am 22. Mai 2012 zum 125. Geburtstag von Wilhelm Kaisen aufgestellt. Die Bronze stammt von der Bildhauerin Christa Baumgärtel. Kaisen war von 1945 bis 1965 Bremens Bürgermeister.
Du stehst vor dem Denkmal für Wilhelm Kaisen. Es wurde am 22. Mai 2012 aufgestellt, an seinem 125. Geburtstag. Kaisen war zwanzig Jahre lang Bürgermeister von Bremen. Er begann 1945, gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals lag die Stadt in Trümmern. Schau genau hin: Neben der Figur stehen zwei große Platten. Sie zeigen die zerstörte Stadt. Kaisen selbst schaut nach vorne, zu den neuen Häusern. Sein Spruch auf Plattdeutsch war: Kiek nich in Muusloch, kiek inne Sünn. Stell dich hinter die Figur. Wohin schaut sie?
Koordinaten: 53.07915, 8.80904 · auf der Karte