Sie stehen vor dem Ordonnanzhaus, auch Steenhus oder Steinhaus genannt, Schusterstraße 6. Es ist ein kulturhistorisch bedeutendes Bürgerhaus und zählt zu den ältesten Profangebäuden der Mark Brandenburg. Die ältesten, westlichen Teile entstanden etwa 1300 bis 1310. Den Namen bekam es im 18. Jahrhundert, als es den Ordonnanzen des preußischen Königs als Quartier diente. Sicher ist nur, dass dieses Steinhaus erhalten blieb. Ob es zu seiner Zeit noch andere gab, wissen wir nicht. Eine Quelle nennt als mögliche Beispiele die Bäckerstraße 14 und das Gotische Haus. Schauen Sie auf den Giebel. Der Nordostgiebel ist mit sechs großen Halbsäulen gegliedert, zwischen denen gotische Spitzbogenblenden neun nachträglich eingearbeitete Fenster aufnehmen. Das verweist auf die hanseatische Bautradition. Das Haus ist zweigeschossig, im Inneren fallen Decken mit gotischem Kreuzrippengewölbe auf. Besonders gut ist der Dachstuhl aus dem frühen 15. Jahrhundert, das hat die Dendrochronologie ergeben. Er gilt, gemeinsam mit den Dachstühlen von St. Katharinen und des Altstädtischen Rathauses, als herausragendes Beispiel mittelalterlicher Zimmermannskunst. Nun die Frage, die Forscher beschäftigt: Wofür wurde das Haus gebaut? Eichholz, Grasow und Biller hielten es für ein Patrizierhaus. Stiehl, Kolb und Tschirch meinen, es sei das älteste Rathaus der Altstadt gewesen. Wernicke spricht es als Kauf- und Gildehaus an. Der Bauhistoriker Jens Christian Holst, den die Stadt mit der Untersuchung beauftragt hatte, hält das Patrizierhaus für am wahrscheinlichsten. Ein Kaufherr und Unterhändler der Stadt am kurfürstlichen Hof ist als Ghiso ut deme Steenhus vermerkt, doch dass ihm das Haus gehörte, ist nicht sicher. Im Nordwesten liegt eine kleine Laube mit sehr gut erhaltenen gotischen Putzmalereien. Das ist für die Mark Brandenburg eine kleine Sensation. Holst sieht darin eine Weinlaube für private Besprechungen oder kleine Feste des Hausherrn. Dann die späteren Zeiten. Nach der Aufgabe des Altstädtischen Rathauses 1715 wurde hier wie im Rathaus eine Barchentfabrik betrieben. 1818 erwarb die Stadt das Haus. Ab 1840 diente es als Armen-Arbeits-Anstalt und städtisches Waisenhaus, im 20. Jahrhundert war eine Polizeidienststelle darin. 1946 saß hier der Stadtrat für Volksbildung, Wilhelm Fraenger, Gründer der Brandenburger Volkshochschule. In der DDR gab es eine Schankstube, ein Reisebüro und die Stadt- und Kreisbibliothek. 1911 und 1912 verband man es durch einen Bau mit dem Rathaus, das zuvor eine offene Gasse getrennt hatte. Seit Dezember 2007 ist das Haus Teil der Stadtverwaltung, und seit Ende Januar 2008 hat hier der Oberbürgermeister seinen Dienstsitz.
Sie stehen vor dem Ordonnanzhaus, auch Steinhaus genannt, Schusterstraße 6. Die ältesten Teile entstanden um 1300 bis 1310. Es zählt zu den ältesten Profangebäuden der Mark Brandenburg. Heute ist es Dienstsitz des Oberbürgermeisters.
Dieses Haus ist über 700 Jahre alt. Die ältesten Teile entstanden um 1300 bis 1310. Weil es aus Stein gebaut ist, heißt es auch Steinhaus. Seinen anderen Namen, Ordonnanzhaus, bekam es im 18. Jahrhundert, als hier die Ordonnanzen des preußischen Königs Quartier bezogen. Im Haus gibt es eine kleine Laube mit gotischen Wandmalereien. Ein Bauforscher meint, dass dort ein reicher Bürger Besprechungen und kleine Feste hielt. Heute arbeitet hier der Oberbürgermeister. Weißt du, was ein Oberbürgermeister macht?
Koordinaten: 52.4141, 12.5544 · auf der Karte