Stadtohr

Stadtrundgang Bensheim · Station 8 von 16

Wambolter Hof

um 1732/33 · adelshof, barock, fachwerk, denkmal

Ausführlich

Sie stehen vor dem Wambolter Hof, einem alten Adelshof und Fachwerkhaus. Um 1732/33 errichtete ihn der Bauherr Franz Philipp Caspar Freiherr Wambolt von Umstadt, vermutlich auf den Grundmauern eines Gebäudes, das 1731 abgerissen worden war. Er war kurtrierischer und kurmainzischer Geheimer Rat, Generalfeldzeugmeister und Kommandant der Festung Ehrenbreitstein. Den Auftrag vergab er vermutlich an den Ingenieur und Fähnrich Franz Peter Kersten aus Ehrenbreitstein. Dessen Entwürfe wurden in Bensheim allerdings in wesentlich vereinfachter Form umgesetzt. Am Bau beteiligt waren der Bensheimer Maurermeister Andreas Streng, der Heidelberger Steinmetzmeister Andreas Schiffer und der Zimmermeister Martin Reichard. Schauen Sie auf die Fassaden. Sie sind schmucklos gehalten. Fenster und Türen sind mit einfachen gefalzten Sandsteinen eingefasst. Der Grundriss ist eine Flügelanlage, die Hauptfassade des zentralen Gebäudes blickt nach Osten. Nach Südwesten führt ein Flügel mit Fachwerkobergeschoss. Beide Gebäudeteile haben zwei Geschosse und Mansardwalmdächer mit hohen Satteldachgaupen. Über dem Portal sehen Sie ein Allianzwappen Wambolt/Kesselstadt mit der Jahreszahl 1743. An den Ecken der Hauptfassade erkennt man noch die Ansätze früherer Torbögen. Bis 1945 stand im Norden ein hoher Rundturm, in dessen Flügel der Hofverwalter untergebracht war. Über der Eingangstür trug er die Jahreszahl 1560 und zwei Wappensteine, einen mit dem Allianzwappen Wambolt/Schönborn und der Jahreszahl 1659, einen mit dem Wappen Wambolt/Eltz und der Jahreszahl 1899. Der Turm wurde im Krieg schwer beschädigt und, wie ein Anbau, abgetragen. 1919 kaufte die Stadt den Hof und gab die Wappen den Wambolts zurück. Danach diente er als Unterkunft für ein Infanteriebataillon, später kamen Sozialwohnungen und Büros hinein. Die Fachwerkkonstruktion der Südseite wurde schon 1933 freigelegt. Ob das Haus erhalten bleibt oder abgerissen wird, wurde sehr kontrovers diskutiert. Man entschied sich für die Erhaltung, und 1975/76 wurde der Hof grundlegend restauriert. Heute gibt es hier wieder Wohnungen, im Erdgeschoss ein Café und eine Beratungsstelle der Kreisverwaltung.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Wambolter Hof, einem alten Adelshof. Um 1732/33 ließ ihn Franz Philipp Caspar Freiherr Wambolt von Umstadt im Barockstil errichten. Die Fassaden sind schmucklos. 1919 kaufte die Stadt den Hof. Heute gibt es hier Wohnungen, ein Café und eine Beratungsstelle der Kreisverwaltung.

Für Kinder

Das ist der Wambolter Hof. Er wurde um 1732/33 gebaut, im Stil des Barock, und früher wohnten hier Adlige. Schau auf die Wände: Sie sind schlicht und haben kaum Schmuck. Über dem Portal findest du ein Wappen mit der Jahreszahl 1743. Früher stand im Norden ein hoher runder Turm. Im Krieg wurde er schwer beschädigt und später abgetragen. Später stritt man darüber, ob man das Haus abreißen oder erhalten sollte. Man entschied sich fürs Erhalten. Was hättest du entschieden? Heute gibt es hier ein Café und Wohnungen.

Quellen

Koordinaten: 49.6805, 8.62111 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.