Sie stehen vor dem Rodensteiner Hof, den man auch das Bensheimer Schloss nennt. Das Haus hatte so viele Besitzer und Nutzer, dass man an ihm fast die Geschichte der Stadt ablesen kann. Beginnen wir bei den Besitzern. Hier stand, vermutlich schon um 1570, ein Wohnhaus, außerhalb der Stadtmauer, am Auerbacher Tor. Es kam an die Herren von Rodenstein aus Fränkisch-Crumbach. 1671 starb das Geschlecht aus, und der Hof ging an die Familie von Haxthausen. Die verkaufte ihn 1698 an einen Mainzer Geheimrat, und der verkaufte ihn 1705 an den Darmstädter Generalleutnant Johann Rudolf von Pretlack. Bis 1733 blieb Pretlack in Bensheim. Anschließend ging der Hof an den Pfälzer Geheimrat Franz Caspar von Überbruck und Rodenstein. Dessen Familie war aus Lothringen an die Bergstraße gekommen und hatte ihren französischen Namen d'Oultepont eingedeutscht. Vom Kaiser durfte sie den Titel „Edle von Rodenstein“ führen. Wie der Hof damals aussah, ist nicht überliefert. Man vermutet, dass bis 1739 ein siebenachsiger Hauptbau an der heutigen Darmstädter Straße entstand, mit älterer Bausubstanz. Ab 1742 ließ der Sohn Johann Heinrich Adam vermutlich nach Süden und Osten weiterbauen. 1883 kam der Turm hinzu. Schauen Sie ihn an: eine rundbogige Durchfahrt, versetzt gequaderte Ecken, oben ein weit überkragendes Gesims und darauf ein achteckiges Türmchen mit Haube und Spitzhelm. 1904 starben die von Überbrucks aus, und der Hof fiel an die Stadt. Die versuchte vergeblich, ihn zu verkaufen. Ab 1905 saß hier das jüdische Bankhaus Julius Bauer, danach die Hessische Staatsdomäne, die Eisenbahndirektion, eine Reichsbank-Nebenstelle, die Kreisleitung der NSDAP und die Sparkasse. Als 1945 das Rathaus zerstört wurde, nutzte die Stadt den Hof bis 1983 als Rathaus. Von 1984 bis 1989 stand er leer. Im September 1990 kaufte ihn ein privater Investor und sanierte ihn bis 1992. Heute gibt es Büros, ein Café und Wohnungen. Zum Hof gehört der Stadtpark, der an einen kleinen englischen Landschaftspark erinnert. Im Osten des Parks stand bis 2002 ein Denkmal aus Granitquadern. 1936 wurde es als Kreisehrenmal eingeweiht, auf Initiative des Bürgermeisters und NSDAP-Kreisleiters Georg Brückmann, zur Erinnerung an sechs Nationalsozialisten, die zwischen 1929 und 1933 gewaltsam zu Tode kamen. Bis spätestens Sommer 1945 entfernte man Hakenkreuz, Adler und nationalsozialistische Inschriften, 1956 wurde das Denkmal zum Ehrenmal für die Gefallenen aller Kriege seit 1866 erklärt. 2002 baute man es ab. Die Putten auf der Mauer zur Darmstädter Straße, die die Jahreszeiten darstellen, und die tanzende Hofdame hinter dem Hof sind Kopien nach Werken des Bamberger Hofbildhauers Ferdinand Tietz.
Sie stehen vor dem Rodensteiner Hof, auch Bensheimer Schloss genannt. Der alte Adelshof liegt außerhalb der früheren Stadtmauer, der Turm stammt von 1883. Nach der Zerstörung des Rathauses 1945 diente der Hof bis 1983 als Rathaus. Heute sind hier Büros, ein Café und Wohnungen.
Das ist der Rodensteiner Hof. Man nennt ihn auch das Bensheimer Schloss. Früher wohnten hier Adlige. Später war in dem Haus ganz Verschiedenes, zum Beispiel eine Bank, ein Bahnbüro und die Sparkasse. Als 1945 das Rathaus zerstört wurde, zog die Stadtverwaltung hier ein und blieb bis 1983. Such den Turm mit der runden Durchfahrt. Er ist von 1883. Heute gibt es im Hof ein Café und Wohnungen. Hinter dem Haus liegt ein Park. Auf der Mauer zur Darmstädter Straße stehen Putten, die die Jahreszeiten darstellen. Findest du sie?
Koordinaten: 49.6834, 8.6221 · auf der Karte