Stadtohr

Stadtrundgang Bensheim · Station 12 von 16

Museum Bensheim

1909 · museum, stadtgeschichte, archäologie, heimatmuseum

Ausführlich

Sie stehen vor dem Museum Bensheim am Marktplatz 13, auf dem Gelände des ehemaligen Lorscher Klosterhofes. Es wurde 1909 gegründet und gehört zu den ältesten Museen Südhessens. Dahinter steht eine wechselvolle Geschichte. Der erste Anlauf war 1880. Der Stadtrat bat Freiherrn Wambolt zu Umstadt um Räume in dessen Hof, für ein Gewerbe-, Landwirtschafts- und pädagogisches Museum. Nach drei Jahren wurde es wieder geschlossen. 1908 gründete sich der Bensheimer Museumsverein, im ersten Vorstand saßen unter anderem Bürgermeister Ignaz Frenay und der Architekt Heinrich Metzendorf. Am 5. Dezember 1909 eröffnete das Bergsträßer Heimatmuseum, in zwei Erdgeschossräumen der Alten Faktorei. 1912 kam das Odenwaldmuseum im Obergeschoss hinzu, und nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Museum 1922 wiedereröffnet. Dann kam der Einbruch. Im April 1933 zog es in die beengten Räume des Dalberger Hofs, 1935 lagerten die Nationalsozialisten die Sammlung in ungesicherten Lagerräumen ein. Dort gab es Diebstähle und Plünderungen. Rund achtzig Prozent der damaligen Bestände gingen verloren. 1948 begann der ehrenamtliche Museumsleiter Richard Matthes mit dem Wiederaufbau, in einem unzerstört gebliebenen Anbau des beschädigten Rathauses am Marktplatz. Er inventarisierte die Reste und sammelte Bodenfunde sowie Überreste kriegsbeschädigter Gebäude. 1952 eröffnete das Kreismuseum, doch nach einem Jahr wurde das Gebäude abgerissen. Neue Perspektiven eröffnete das „Haus Blüm“, das die Stadt 1940 erworben hatte. Am 24. Juni 1960 wurde das städtische Museum unter der noch heute gültigen Adresse Marktplatz 13 wieder eröffnet. 1971 übernahm Diether Blüm die Leitung. Er barg in Abbruchhäusern Möbel, Gemälde und Alltagsgegenstände, mit Hilfe eines Helferkreises, der als „Xylamonbrigade“ bekannt wurde. Nach einem Umbau wurde das Museum am 8. Mai 2005 neu eröffnet. Heute füllt die Dauerausstellung zu Stadtgeschichte und Archäologie 630 Quadratmeter auf drei Etagen, die Sammlung umfasst rund dreißigtausend Objekte. Seit 2020 gibt es die Ausstellung „Aus dem Untergrund“ mit Funden von der Eiszeit bis ins Mittelalter, mit Taststationen und Brailleschrift für Menschen mit Sehbehinderung.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Museum Bensheim, Marktplatz 13, auf dem Gelände des ehemaligen Lorscher Klosterhofes. Es wurde 1909 gegründet und gehört zu den ältesten Museen Südhessens. Rund dreißigtausend Objekte reichen von der Vorgeschichte bis heute, die Dauerausstellung füllt drei Etagen.

Für Kinder

Das Museum Bensheim wurde 1909 gegründet. Es sammelt rund dreißigtausend Dinge, von der Vorgeschichte bis heute. In der archäologischen Ausstellung gibt es Funde aus der Eiszeit, aus der Zeit der Römer und der Germanen. Es gibt Taststationen und Brailleschrift, damit auch Menschen mit Sehbehinderung die Ausstellung besuchen können. Einmal ging fast alles verloren: Etwa achtzig von hundert Stücken verschwanden, denn die Sammlung lag in ungesicherten Räumen, und dort wurde gestohlen. Danach fing man neu an. Was würdest du in einem Museum sammeln?

Quellen

Koordinaten: 49.681027777, 8.623666666 · auf der Karte

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