Stadtohr

Stadtrundgang Bensheim · Station 10 von 16

Mittelbrücke

1732/33 · brücke, hochwasser, heiligenfiguren, barock

Ausführlich

Sie stehen auf der Mittelbrücke über den Winkelbach. Diese Brücke hat eine Flutgeschichte. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: 1732 und 1733. Am 29. September 1732 zerstörte ein Hochwasser die hölzerne Vorgängerbrücke. Ein Jahr später begann der Neubau, und die alte Inschrifttafel nannte 1733. An dieser Stelle stand zuvor vermutlich eine hölzerne Zugbrücke, durch Türme gesichert. Sie verband die alte Kernstadt mit der Vorstadt. Die neue Brücke plante der Ratsbaumeister Johann Joseph Heckler, den Auftrag führte der Weinheimer Maurermeister Johann Thomas aus. Auf der verlorenen Tafel stand, dass die Brücke 1733 neu gemacht worden sei, unter Baumeister Heckler, und darunter waren zwei gekreuzte Palmzweige in Stein gehauen. Schauen Sie von einer Seite der Brüstung zur anderen. Dort stehen sich zwei Heiligenfiguren gegenüber, Johannes von Nepomuk und Franz Xaver. Das Bensheimer Ehepaar Ernsperger stiftete sie vermutlich 1747. Um 1880 ersetzte man die beschädigte Figur des Franz Xaver durch eine neuere, und vermutlich wenige Jahre später kam eine Assistenzfigur dazu, ein indischer Knabe. 1900 wurde auch der stark beschädigte Nepomuk gegen eine barocke Originalfigur getauscht. Beide Plastiken wurden in den 1920er und 1970er Jahren restauriert und 1987 durch Kunststeinkopien ersetzt. Die Originale stehen in der Stadtpfarrkirche St. Georg. Lesen Sie die Sockel. Ihre Inschriften sind als Chronogramm gesetzt, deshalb stehen mitten in den Wörtern große Buchstaben. Unter dem Nepomuk ist vom Michaelstag und von einem großen Untergang die Rede, und es endet mit der Bitte an Johannes, im Zwang des Wassers beizustehen. Auf dem Sockel stehen die Namen des Stifterpaares, Johann Georg Ernsperger und Maria Margaretha. Am Sockel des Franz Xaver steht ein lateinischer Text. In der Übersetzung heißt es: Wenn wir in Not von starken Winden und Wellen geschüttelt werden, sollst du, Xaver, unserem Floß Anker sein. Ob der Text die Restaurierungen unverändert überstanden hat, ist fraglich. Zwei Rundbögen unterschiedlicher Spannweite tragen die Brücke, getrennt durch einen geschärften Strompfeiler, gebaut aus Rotsandstein, Gelbsandstein und Bruchsteinen. Die Brüstung wurde im 20. Jahrhundert mit Ziegelsteinen erhöht und verputzt. 2013 entfernte man bei der Sanierung zwei Stahlbetonträger, die die Brücke jahrzehntelang getragen hatten. Seither ruht sie wieder auf den beiden Bögen.

Kurzfassung

Sie stehen auf der Mittelbrücke über den Winkelbach. Am 29. September 1732 zerstörte ein Hochwasser die hölzerne Vorgängerbrücke, ein Jahr später begann der Neubau aus Stein. Auf der Brüstung stehen sich zwei Heiligenfiguren gegenüber, Johannes von Nepomuk und Franz Xaver. Es sind Kopien.

Für Kinder

Du stehst auf der Mittelbrücke. Sie führt über den Winkelbach. Früher war die Brücke aus Holz. Am 29. September 1732 kam ein Hochwasser und zerstörte sie. Ein Jahr später baute man eine neue Brücke, aus Stein, mit zwei Bögen. Schau auf die Brüstung: Dort stehen sich zwei Heilige gegenüber, Johannes von Nepomuk und Franz Xaver. Neben Franz Xaver steht ein kleiner indischer Junge. Findest du ihn? Die Figuren, die du siehst, sind Kopien. Die echten stehen in der Kirche St. Georg.

Quellen

Koordinaten: 49.6802, 8.62224 · auf der Karte

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