Sie stehen vor dem Haus der Sorben am Postplatz 2. Hier sitzen die Domowina, die Stiftung für das sorbische Volk und weitere sorbische Institutionen. Wikidata nennt 1949. Eine Quelle nennt für den Bau die Jahre 1947 bis 1956. Ich nenne die ältere Angabe, 1947, und sage dazu, dass es zwei gibt. Der Neubau war nötig, weil das Wendische Haus am Lauengraben, 1904 eingeweiht, im April 1945 zerstört worden war. Im Deutschen hieß es früher Wendisches Haus. Der Namenswechsel zu sorbisch erfolgte, nachdem die Bezeichnung Wenden in der NS-Zeit zunehmend abwertend belegt wurde. Der Gedanke geht auf die 1847 gegründete Maćica Serbska zurück. Mitbegründer Jan Arnošt Smoler kaufte 1873 auf eigenes Risiko ein Grundstück am Lauengraben und reiste zur Finanzierung wiederholt ins slawische Ausland, besonders nach Russland, um Spenden zu sammeln. Die meisten Sorben waren vergleichsweise arm. Im Wendischen Haus fanden die wissenschaftliche Gesellschaft, die Bibliothek, das Museum, die Druckerei und Buchhandlung Platz, später die Domowina und die Wendische Volksbank. Dann die Zeit des Nationalsozialismus. Ab 1937 wurden die sorbischen Vereinigungen und Medien verboten, das Haus wurde konfisziert, der Saal diente als Versammlungsraum der NSDAP, die Sammlungen wurden zerschlagen. In den letzten Kriegstagen setzte die SS das Gebäude in Brand, es fiel zudem einem Bombenangriff zum Opfer. Nach dem Krieg durften Sorben wieder ihre Sprache und Kultur pflegen. Am 6. März 1947 erhielt die Maćica Serbska das Grundstück der zerstörten Lessingschule am Postplatz. Die Grundsteinlegung war am 24. August 1947, mit Gästen aus den slawischen Ländern. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden aus der Lausitz und dem slawischen Ausland, sie erbrachten 1,5 Millionen Reichsmark. Viele Jugendliche aus den Dörfern arbeiteten unentgeltlich in sorbischen Brigaden unter dem Motto: Wir bauen das Haus der Sorben. Die Währungsreform im Juni 1948 ließ fast das ganze Geld der Domowina verschwinden, der Bau geriet ins Stocken. Am 8. Juli 1956 wurde das Haus feierlich eröffnet. Schauen Sie an die Giebelseite zur Kurt-Pchalek-Straße. Dort erinnert eine Sandsteinskulptur an den Jugendbrigadier Pawoł Šenkar. Das dreigeschossige Gebäude hat drei Dreiecksgiebel mit Wabenmuster in Sandstein. Bis 2020 war im Dachgeschoss auch das Studio Bautzen des Sorbischen Rundfunks. Damit endet unser Rundgang durch Bautzen. Wir haben ihn bei der sorbischen Forschung begonnen und enden bei einem Haus, das viele Sorben mitgebaut haben.
Sie stehen vor dem Haus der Sorben am Postplatz 2. Es wurde von 1947 bis 1956 errichtet, nachdem das Wendische Haus im April 1945 zerstört worden war. Hier sitzen die Domowina und die Stiftung für das sorbische Volk. Viele Jugendliche halfen unentgeltlich beim Bau.
Das Haus der Sorben wurde nach dem Krieg gebaut, weil das alte Haus 1945 zerstört worden war. Viele Jugendliche aus den Dörfern halfen mit, und sie bekamen dafür kein Geld. Ihr Motto hieß: Wir bauen das Haus der Sorben. Am 8. Juli 1956 war das Haus fertig. Heute sitzen hier die Domowina, eine sorbische Organisation, und weitere sorbische Einrichtungen. Damit endet unser Rundgang. Würdest du an einem Haus mitbauen, ohne dafür bezahlt zu werden?
Koordinaten: 51.17826, 14.4292 · auf der Karte