Sie stehen vor der Stiftskirche Liebfrauen. Sie thront am Florentinerberg unterhalb des Neuen Schlosses über der Altstadt, und ihr rund 68 Meter hoher Turm prägt die Silhouette der Stadt. Sie ist das älteste durchgehend genutzte Gebäude von Baden-Baden. Diese Kirche besteht aus Schichten, und wir gehen sie von unten nach oben durch. Ganz unten liegen die Römer. Um 75 n. Chr. fassten sie die heißen Quellen, die hier am Florentinerberg austraten. Die Fundamente der Kaiserbäder reichen bis an das nördliche Seitenschiff der Kirche heran. Römische Inschriftensteine wurden über die Jahrhunderte immer wieder als Baumaterial verwendet. Suchen Sie am Strebepfeiler der Johannes-Nepomuk-Kapelle den Grabstein eines Soldaten der Legio VIII Augusta, die in Straßburg stationiert war. Seine Inschrift weist auf seine Genesung in den hiesigen Thermalbädern hin. Eine Ehrentafel für Caracalla, auf 197 n. Chr. datiert, war bis 1804 am Turm vermauert. Sie steht heute im Stadtmuseum. Dann das Frühmittelalter. 712 kamen die Thermalbäder in den Besitz der Reichsabtei Weißenburg im Elsass. 987 wird in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. an den Grafen Manegold von Nellenburg erstmals eine Kirche in Baden erwähnt. Wo sie stand, lässt sich bislang nicht sicher nachweisen. Dann die Romanik. Um 1100 ließ Hermann II. die Burg Hohenbaden bauen. Als Baden-Baden im 13. Jahrhundert Stadt wurde, entstand am Florentinerberg eine neue Pfarrkirche, eine dreischiffige romanische Basilika. Davon erhalten sind der viergeschossige Turmschaft aus Rotsandsteinquadern und die Eingangshalle. Dann die Spätgotik, und mit ihr die Markgrafen. 1391 verlegte die markgräfliche Familie nach dem Tod Rudolfs VII. ihre Grablege in diese Kirche. Am 10. April 1453 erhob Jakob I. die Pfarrkirche zur Stiftskirche und erfüllte damit ein Gelübde seines Vaters Bernhard I. Das Kollegiatstift hatte zwölf Kanoniker und zehn Vikariate. Sie sollten die Gräber instand halten und für das Seelenheil der Verstorbenen beten. Zwischen 1453 und 1455 entstand der Langchor, ab 1455 ließ Markgraf Karl I. das Langhaus als dreischiffige Hallenkirche neu bauen. Bis 1474 wurde der Turm aufgestockt: oben ein achteckiges Glockengeschoss, darüber ein Spitzhelm. Zuletzt der Brand. Die barocken welschen Turmhauben gehen auf den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand 1689 zurück. Das Kollegiatstift wurde 1808 aufgelöst, doch der Name Stiftskirche blieb. Drinnen finden sich unter anderem ein Kruzifix des Niclas Gerhaert van Leyden und das Epitaph des Markgrafen Ludwig Wilhelm, genannt Türkenlouis. Wikidata nennt 1474, das Ende des spätgotischen Ausbaus. Als ältere Angabe nenne ich die erste urkundliche Erwähnung 987. Es gibt also mehrere Jahreszahlen, je nachdem, was man zählt.
Sie stehen vor der Stiftskirche Liebfrauen, dem ältesten durchgehend genutzten Gebäude der Stadt. Eine Kirche am Ort wird 987 erstmals urkundlich erwähnt. Chor und Langhaus entstanden zwischen 1453 und 1474 im spätgotischen Stil. Von 1391 bis 1793 war der Chor die Grablege der Markgrafen von Baden.
Du stehst vor einer sehr alten Kirche. Ihr Turm ist rund 68 Meter hoch. Unter dem Marktplatz liegen noch die Reste der römischen Bäder, bis an die Kirche heran. Am Strebepfeiler der Johannes-Nepomuk-Kapelle steckt der Grabstein eines römischen Soldaten. Auf seiner Inschrift steht ein Hinweis, dass er in den Thermalbädern hier gesund wurde. Findest du den Stein mit den lateinischen Buchstaben? Im Chor der Kirche liegen die Markgrafen von Baden begraben. Und die Kirche ist das älteste Gebäude der Stadt, das immer benutzt wurde.
Koordinaten: 48.763, 8.24119 · auf der Karte