Sie stehen vor dem Friedrichsbad. Es ist ein römisch-irisches Thermalbad und ein Staatsbad. Im 19. Jahrhundert war es das bedeutendste deutsche Thermalbad, und es galt als das schönste Thermen-Badehaus Europas. Beginnen wir mit dem Anlass. 1868 beauftragte Großherzog Friedrich I. den Baden-Badener Bezirksbauinspektor Karl Dernfeld, gemeinsam mit dem Großherzoglichen Badearzt Carl Frech bekannte Stadt- und Heilbadeanstalten zu besichtigen. Dahinter stand eine Sorge: Ein Spielbankverbot drohte schon in den Jahren vor der Reichsgründung 1871 und galt ab 1872. Um für Gäste weiter attraktiv zu bleiben, war die Modernisierung der Bäder für Baden-Baden wichtig. Von einer Studienreise nach Italien kannte Dernfeld außerdem die antiken Thermen. Dazu kamen Einflüsse aus Großbritannien: Der britische Diplomat David Urquhart brachte das römische oder Türkische Bad nach Europa, und 1856 gründete der irische Arzt Richard Barther bei Cork das erste Türkische Bad in Westeuropa. Gebaut wurde von 1869 bis 1877. Dafür riss man ein Altstadtquartier ab. Der Bauplatz auf dem Florentinerberg ist historischer Baugrund, denn hier hatten schon die Römer ihre Thermen. Die Pläne Dernfelds sind übrigens verschollen. Schauen Sie auf die Hauptfassade am Römerplatz. Das Untergeschoss ist einfach, das Obergeschoss aufwendig, so wie bei den Palästen der italienischen Hochrenaissance. Ein dreigeschossiger Mittelrisalit gliedert sie wie ein Triumphbogen. In den Bogenzwickeln des Obergeschosses sitzen Porträtmedaillons und zwei Figurennischen. Sie zeigen Herrscher und Gelehrte, die für das Bäderwesen oder die Stadtgeschichte von Bedeutung waren, nach einer Quelle mehr oder weniger willkürlich ausgewählt. Das Gebäude besteht aus rotem und weißem Sandstein, innen aus Backstein, und misst 62,5 mal 50 Meter. Es ist in drei bergwärts gestaffelte Baukörper gegliedert und passt sich so dem steilen Hang an. Dernfeld baute es im Stil der Neurenaissance. Der Grundriss ist streng axialsymmetrisch und lehnt sich an die Caracallathermen und die Diokletiansthermen in Rom an. In der Mitte steht ein Kuppelbau mit einem kreisrunden Bewegungsbad. Nach dem Vorbild des Caldariums der Caracallathermen trägt der Raum, gegliedert durch acht Blendbögen auf korinthischen Säulen, eine 17,5 Meter hohe Kuppel. 1950 wurde die originale Ausmalung weiß getüncht, dem puristischen Zeitgeschmack entsprechend. Die Wandgemälde wurden nicht völlig vernichtet, aber bei der umfangreichen Restaurierung 1980 und 1981 nur zum geringen Teil wiederhergestellt. Heute wird die Anlage zumeist als textilfreies Bad genutzt, außer mittwochs und samstags. Das Bad gehört dem Land Baden-Württemberg und ist an einen privaten Bäderbetrieb verpachtet. Von der Spielbank hören Sie an der nächsten Station.
Sie stehen vor dem Friedrichsbad am Römerplatz. Es entstand von 1869 bis 1877 im Stil der Neurenaissance, dort, wo schon die Römer ihre Thermen hatten. Im 19. Jahrhundert galt es als schönstes Thermen-Badehaus Europas. Heute ist es ein römisch-irisches Thermalbad.
Du stehst vor einem großen Bad aus rotem und weißem Sandstein. Es heißt Friedrichsbad und wurde von 1869 bis 1877 gebaut. Vorbild waren die Bäder der alten Römer, und die hatten genau an dieser Stelle schon Thermen. In der Mitte des Hauses steht ein rundes Bad unter einer 17,5 Meter hohen Kuppel. Der Bau dauerte lange, weil Krieg war und man im Boden auf römische Badruinen stieß. Das Haus misst 62,5 mal 50 Meter. Probier es aus: Wie viele Schritte brauchst du für 50 Meter?
Koordinaten: 48.7631, 8.24219 · auf der Karte