Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 1 von 16

Residenz Ansbach

ab 1731 · residenz, barock, markgrafen, rokoko

Ausführlich

Willkommen in Ansbach. Sie stehen vor der Residenz der Markgrafen. Die Geschichte der Stadt beginnt aber nicht mit einem Schloss, sondern mit einem Kloster. 748 gründete der fränkische Edelfreie Gumbert im Mündungswinkel des Onolzbachs zur Rezat ein Benediktinerkloster. Neben ihm wuchs eine Siedlung, und beide wuchsen zu einer Stadt zusammen. 1221 wird der Ort zum ersten Mal als Stadt erwähnt. Die Residenz entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Anlage. Von 1144 bis 1288 lag die Schirmvogtei über das Kloster bei den Herren von Schalkhausen und Dornberg. Sie bauten sich im Sumpfgebiet, außerhalb der Klostersiedlung, einen befestigten Vogteihof. 1331 kaufte Friedrich IV., Burggraf von Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern, den Besitz. Ab 1385 war Ansbach Residenzstadt. Friedrich VI. erweiterte die Anlage 1398 bis 1400 zur Wasserburg. Reste davon stecken im Nordwestflügel. 1415 wurde er Markgraf und Kurfürst von Brandenburg. Ansbach wurde dennoch nicht mit Brandenburg vereinigt, sondern blieb unabhängig. Seine Frau Elisabeth, die schöne Els, vertrat ihn klug und energisch beim Regieren. Als Witwe zog sie in die Wasserburg und starb dort 1442. Schauen Sie nun auf die Fassade. Gabriel de Gabrieli schuf bis 1709 den Südostflügel als Hauptfront und den Arkadenhof. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Residenz aber unter Leopoldo Retti, ab 1731. Drinnen sehen Sie im Festsaal ein Deckenfresko von Carlo Carlone, einen Gekachelten Saal mit 2800 Keramikfliesen und ein Spiegelkabinett mit Meißner Porzellan. Dass die Räume noch im Geschmack des Rokoko stehen, hat einen Grund. 1791 verzichtete der letzte Markgraf, Karl Alexander, gegen eine jährliche Leibrente auf sein Land. Er zog mit seiner zweiten Frau Elizabeth Craven nach England und widmete sich der Pferdezucht. Danach war die Residenz kein Herrschersitz mehr. Niemand modernisierte die Räume. 1806 kam Ansbach zu Bayern. Als Nächstes gehen wir zum Theater.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Residenz Ansbach, dem ehemaligen Sitz der Markgrafen. Die barocke Vierflügelanlage ließ Markgraf Karl Wilhelm Friedrich ab 1731 von Leopoldo Retti erbauen. Hervorzuheben sind die Gotische Halle, der Festsaal und die Gemäldegalerie. Seit 1806 sitzt hier die Regierung.

Für Kinder

Du stehst vor einem Schloss. Hier wohnten früher die Markgrafen von Ansbach. So hießen die Herrscher dieser Gegend. Die Stadt selbst begann mit einem Kloster, das schon 748 gegründet wurde. In einem Saal des Schlosses sind die Wände mit 2800 Keramikfliesen bedeckt. Stell dir vor, du müsstest sie alle zählen. Der letzte Markgraf zog 1791 nach England und wollte dort Pferde züchten. Danach wohnte hier kein Herrscher mehr. Heute arbeitet in dem Schloss die Regierung von Mittelfranken. Was glaubst du: Wie lange würdest du für das Zählen brauchen?

Quellen

Koordinaten: 49.30245614, 10.576073035 · auf der Karte

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